Triebpull oder nicht Triebpull - alles eine Frage der Motivation?

Auch wenn es für viele auf den ersten Blick nicht so aussieht, es geht um viel mehr als nur den Hund vor einer Karre einzuspannen. Aber gehen wir doch zuerst einmal der Frage nach, wie motiviere ich den Hund, ein schweres Gewicht zu ziehen. Bei genauerer Betrachtung kann zwischen zwei Motivationsarten unterschieden werden.

 

Der Triebpull

Hier wird durch das Zeigen von Futter oder eines Spielzeugs wie zum Beispiel eine Beißwurst etc das Tier dazu bewegt, die aufgelegte Last zu ziehen. Diese Variante im Weight-Pull nennt man Triebpull, weil der Hund in ein Beutetrieb-Verhalten gebracht wird. Hierbei schaltet der Hund quasi seinen Kopf aus und versucht mit allen Mitteln, seine Beute / den Köder, häufig auch als Triebmittel bezeichnet,  zu erreichen. Ich möchte es einmal so umschreiben: Umso höher der Hund im Trieb steht, desto höher ist seine Motivation vorwärts zu kommen, um seine „Beute“ zu erreichen. Dabei interessiert es den Hund dann auch nicht ob oder wieviel Gewicht er hinter sich her zieht.

Das Problem oder Unschöne bei dieser Variante  ist, dass so kein kontrollierter Bewegungsablauf zustande kommt und in den meisten Fällen die Tiere in das Gewicht hinein springen um vorwärts zu kommen. Unkontollierte Bewegungen und hohe Gewichte sind eine denkbar ungünstige Kombination und gefährden die Gesundheit der Tiere. Diese Art des Hundesports lehnen wir von Weight Pull Deutschland ab.

Aus meiner persönlichen Sicht tatsächlich auch eine sinnfreie Methode, die einem ermöglicht ohne großen Trainingsaufwand schnelle Erfolge zu erzielen. Leider ist diese Methode in einigen Teilen von Europa immer noch sehr beliebt. Grundsätzlich lehnen wir diese Variante des Sports ab und innerhalb der Verbände APA, UPF und EWPL werden keine Triebpulls veranstaltet.

 

 

Der Trieb freie Pull

Beim Trieb freiem Pull, wird auf die eben beschriebenen Triebmittel bewusst verzichtet, die entsprechenden Passagen findet ihr auch in den jeweiligen Regeln der Verbände. (Wir arbeiten gerade an den Übersetzungen)

Sicherlich werden wie bei jedem anderen Training auch, entsprechende Belohnungen wie Leckerli oder das Spiel mit Beißwurst, Ball etc. eingesetzt. Dieser Einsatz beschränkt sich aber nur auf die Belohnung, nach Ausführung einer gewollten Tätigkeit wie z.B. einem guten Zugversuch, dem richtigem (ruckfreiem) Anziehen des Gewichtes usw. (siehe auch Klickertraining – auch dieser Artikel ist gerade in Arbeit) im Training.

Bei einem Zugversuch im Wettkampf hat der Hundeführer nur die Möglichkeit über antrainierte Kommandos oder stimmliche Motivation den Hund zu beeinflussen und zu motivieren. Selbstverständlich sind auch jegliche Arten der Berührung ausgeschlossen und führen zur Disqualifikation.

Bedingt durch diese Einschränkungen, kann es innerhalb eines Wettkampfes durchaus auch dazu kommen, dass ein Hund den Zugversuch verweigert.  Dieses kann passieren, in dem er sich zum Beispiel hinsetzt oder einfach seinen Hundeführer ignoriert und sich in der Gegend umsieht. Interessant werden Wettbewerbe eben auch durch die Ablenkungen die dort entstehen, wie beispielsweise durch Applaus oder ganz besonders von Gerüchen. Ja und hierzu fällt mir ein besonderes Beispiel ein: Auf der Europameisterschaft 2013 in Mutterstadt, verweigert ein Hund seinen Zugversuch, weil er den Geruch einer Gulaschsuppe, die ein Zuschauer mit an die Bahn brachte, nicht wiederstehen konnte. Die Nase in Richtung Publikum gerichtet, vergaß der Vierbeiner alles um sich und da der Hund so sehr mit dem Geruch beschäftigt war, kam kein Zugversuch zustande. Egal was sein Herrchen auch versuchte, Klopfen auf den Boden, Rufen, Pfeifen auf allen Vieren herum krabbeln… alles vergebens. Der Versuch wurde nicht ausgeführt und die beiden schieden aus dem Wettbewerb aus und fuhren mit einem „no Pull“, sprich, ohne gültigen Versuch wieder nach Hause.

Wenn wir diese Art der Motivation – rein durch Gesten und Stimme noch etwas genauer betrachten, kommt man folglich zu dem Schluss, dass der Erfolg eben in der sogenannten Bindung besteht. Diese Bindung ist eine Mischung aus Vertrauen, Zuneigung und Gehorsam.

Gerade weil die eben beschriebene Bindung eine große Rolle spielt, trifft man innerhalb der Weight Pull Gemeinde Menschen, die eine sehr innige Beziehung zu ihren Hunden haben. Im Gegensatz zu vielen vernachlässigten Hunden in der modernen Gesellschaft, sind die Aktiven in diesem Sport natürlich neben ihren Trainingseinheiten, auch jedes Jahr viele Tausend Kilometer mit ihren Vierbeinern unterwegs.

So unternehmen sie immer wieder ein gemeinsames Abendteuer. Sie verbringen gemeinsam mit ihren Vierbeinern die Nächte in Zelten, Wohnwägen oder Hotels, sind den ganzen Tag zusammen und gemeinsam arbeiten Sie am Erfolg ihrer Mission.

Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass diese besondere Bindung keinesfalls einseitig ist, die Empfindung von Stolz (heutzutage vielen nicht mehr bekannt) auf eine gute Arbeit, trägt mit Sicherheit auf menschlicher Seite dazu bei, seinem Hund näher zu kommen und eine besondere emotionale Bindung aufzubauen. Egal ob nun gewonnen oder nicht, im Prinzip gibt es hier nur Gewinner und wer nicht blind ist, wird dieses auch so sehen und uns verstehen.

 

D. Wegner

english version

Triebpull or not Triebpull - all a matter of motivation?

Even if it does not look at first sight for many , it's about much more than just the dog in front of a clamp cart. But we ought first of all to the question of how do I motivate the dog to pull a heavy weight . On closer inspection can choose between two types of motivation can be distinguished.

The engine pull

Here, etc by showing food or a toy such as a tug moved the animal to pull the applied load . This variation in weight -pull is called Triebpull because the dog is brought into a prey drive behavior. Here, the dog turns virtually from his head, trying by all means to reach its prey / bait , often referred to as a leavening . I want to rewrite it once like this: The higher the dog is in the drive , the higher his motivation is to move forward to achieve his "prey" . It interested the dog then also not whether or how much weight he pulls behind him .

The problem or Unsightly with this approach is that as no controlled movement comes about , and jump in most cases, the animals in the weight into it to get ahead . Unkontollierte movements and high weights are a possible unfavorable combination and endanger the health of the animals. This type of dog sports , we reject of Weight Pull Germany .

In my personal view is actually a nonsensical method that allows one to achieve quick results with little training effort. Unfortunately, this method is in some parts of Europe is still very popular. Basically, we reject this version of the sport and within the organizations APA , UPF and EWPL no Triebpulls are organized.

 

The engine pull free

When engine free pull , is deliberately avoids the leavening just described , the relevant passages you will also find in the rules of associations. ( We are working on the translation)

Certainly , appropriate rewards such as treats or playing with tug , ball etc. are used as with any other exercise . But this use is restricted only to the reward , after performing a desired activity , such as good tensile test , the correct ( jerk-free ) tightening of the weight , etc. ( see also Clicker - also this article is currently in the works) in training.

In a tensile test in the competition , the handler only has the ability through trained habits of vocal commands or motivation to influence and motivate the dog . Of course, all kinds of touch are excluded and will result in disqualification .

Due to these limitations , it may also happen within a race quite that a dog denied the tensile test. This can happen where he sits down for example, or simply ignored his handler and looks around in the area. Interesting contests are just also arise from the distractions that there, such as by applause or most of odors . Yes , and this reminds me a specific example : In the European Championship 2013 in Mother City , denied a dog its tensile test because he could not resist the smell of a goulash soup , which brought an audience on the web . The nose directed toward the audience , the four-legged forgot everything around and because the dog was so busy with the smell , no tensile test came about. No matter what his owner also tried tapping on the floor , shouting, whistling crawling on all fours around ... all in vain . The test was not performed, and the two retired from the competition and took a "no pull ", ie , without a valid test back home.

If we this kind of motivation - look purely by gestures and voice a little more closely , you come thus to the conclusion that the very success is the so-called binding . This binding is a mixture of trust , affection and obedience.

Just because the bond just described plays a big role , you will encounter within the Weight Pull community people who have a very intimate relationship with their dogs. Unlike many neglected dogs in modern society , the assets are in this sport , of course, in addition to their workouts , every year many thousands of kilometers on their dogs go.

So they do over and over again a common adventure . You spend together with their four-legged friends , the nights in tents , caravans or hotels, together the whole day together and working on the success of their mission .

I would not even mention that this particular bond is by no means one-sided, the feeling of pride (nowadays many not known) to do a good job , certainly adds to the human side help to come closer to his dog and a special emotional bond build . Regardless of whether or not obtained , in principle, there are only winners and who is not blind , it will also look like and understand us.

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